Provinz Darién

Darien Panama, Tucan im Baum.

Die wohl wildeste Provinz von Panama an der Grenze zu Kolumbien.

Die Traumstraße Panamericana, die von Alaska bis Feuerland führt, wird hier auf knapp hundert Kilometer unterbrochen.
In Darién endet die Panamericana in Morast und Dickicht. Hier zwischen Mittel und Südamerika gibt es Malaria, Gelbfieber, dichter Dschungel und Trampelpfade für die Choco, den indianischen Ureinwohnern.

 

Drogen und Waffenschmuggler sowie kolumbianische Guerilleros, die sich im Grenzgebiet aufhalten, aber auch das Gold, das es hier zu finden gibt, machen diese Gegend zum Wilden Westen Panamas. Obwohl die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit sind und sich die Sicherheitslage verbessert hat, darf die Gefahr nicht unterschätzt werden.

    

Wer trotz allem dieses faszinierende Gebiet besuchen will, Yaviza ist mit dem Allradfahrzeug ab Panama City in fünf bis sieben Stunden Fahrt zu erreichen. Es besteht auch eine Busverbindung. Das Städtchen El Real liegt etwa eine Bootstunde flussabwärts, von wo aus der Nationalpark Darién zu erreichen ist. In einer Gegend ohne Straßen gibt es eigentlich nur eines, das Piragua, der Einbaum der indigenen Bewohner dieser Gegend. 

Knapp zehntausend Emberá und Wounaan (Choco) siedeln in weit verstreuten Dörfern. Sie kommen in Einbäumen aus ihren abgelegenen Dörfern, um in Yaviza ihre Produkte zu verkaufen: Felle, Früchte und Fische.


Einige Dörfer haben eine kleine Landepiste und sind somit per Charter auf dem Luftweg zu erreichen. Auch die Inland-Fluggesellschaft Air Panama verbindet Panama City mit einigen Ortschaften in Darien.

La Palma

La Palma, die Hauptstadt der Provinz Darien, liegt an der breiten Mündung des Rio Tuire. Die kleine Stadt mit einem malerischen Hafen bietet ein paar einfache Hotels, Bank, Krankenstation, Bars und Anbieter von Touren in die Umgebung.

Obwohl La Palma bis auf den Hafen eher verschlafen erscheint und es interessantere Reiseziele gibt, kann doch einiges entdeckt werden.
Eine Flussfahrt ins Landesinnere, Tour zum Naturschutzgebiet Punta Patino mit reicher Flora und Fauna oder die Ruinen einer Festung besuchen, welche von den Kolonisatoren auf zwei Inseln in der Turia Mündung erbaut wurde um die Goldminen von Cana zu schützen.

Das kleine Städtchen mit mehreren Tausend Einwohnern ist mit dem Flugzeug oder über die Panamericana (Abzweigung bei Meteti) und einer kurzen Bootsfahrt zu erreichen. Am interessantesten die kurze Bootsfahrt von Puerto Quimba nach La Palma, bei welcher die Tuira Flussmündung durchquert wird. Hier schieben die drei Flüsse Iglesias, Sabana und Tuira ihre süßen Wassermassen ins Meer, wo sie sich mit dem salzigen Wasser des Pazifiks mischen.

Sambu

Eine Möglichkeit in Darien ist auch der Flug mit Air Panama nach Sambu am gleichnamigen Fluss, von wo aus Touren möglich sind. Es gibt diverse kleine Hotels wie das Sambu House. Im Ort eine Mischung von Choco, Afro-Panamaer und Mestizen, welche den Weg aus anderen Teilen von Panama hierher fanden. Embera und Afro-Panamaer begeistern durch traditionsreiche Tänze und Gesänge. Entlang des Sambu Flusses und in der Umgebung immergrüner Regenwald mit einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren. 

Highlights sind Bootstour, Dschungelwanderung, Vögel beobachten oder ein Dorf der Choco besuchen.

Jaqué 

Eine weitere Möglichkeit an der pazifischen Küste von Darien ist Jaqué, an der Mündung des gleichnamigen Flusses. Das Städtchen kann per Flug mit Air Panama erreicht werden. Nur etwa fünfzig Kilometer vor der kolumbianischen Grenze gelegen werden hier auch Grenzformalitäten abgewickelt. Bei einem Aufenthalt ist es erforderlich, sich bei der Grenzpolizei zu melden.

 

Eine Welt voll von Kontrasten. Überfüllte Bars und Musik rund um die Uhr, bunte Holzhäuser, traumhafte Sonnenuntergänge und nicht weit entfernt der Nationalpark Darien mit einer reichen Flora und Fauna. Auch ethnisch ist Jaqué voller Kontraste. Choco welche die Gegend seit jeher besiedeln sowie Afro-Panamaer und Mestizen, die in der Kolonialzeit nach Panama kamen und hier ihre Heimat fanden. Im Ort gibt es mehrere günstige Unterkünfte. Beliebt ist die Anamar Lodge mit schönem Blick auf das Meer. 
 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten in der Umgebung. Boots oder Urwaldtouren, Vögel beobachten, den Schildkröten zuschauen, wenn sie ihre Eier in den Sand legen oder ein Dorf der Choco besuchen. 

Das Dorf Biroquerá liegt etwa eine Bootstunde flussaufwärts, am Rio Jaque. Die Bewohner des Dorfes leben von Fischfang und Landwirtschaft. Vor allem Gemüse und Bananen, welche hier im Überfluss wachsen und auf dem Markt verkauft werden. Auch schön bemalte Schalen aus natürlichen Materialien werden durch die sanftmütigen Bewohner des Dorfes hergestellt und angeboten. Flussaufwärts noch weitere Dörfer der Choco.

 

Von Jaqué aus ist es auch möglich mit einem Boot nach Jurado in Kolumbien zu fahren. Ab Jurado fahren größere Schiffe nach Buenaventura, von wo aus Busverbindungen in andere Landesteile von Kolumbien bestehen. Allerdings eher etwas für abenteuerlustige Traveller, welche sich auch der Gefahr bewusst sind. Aus Sicherheitsgründen wird ausdrücklich davon abgeraten, sich in der Grenzregion zu Kolumbien aufzuhalten (2011). 

 

Letztes Update, Oktober 2012

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